Was muss Europa ändern, damit die nächste Unternehmergeneration hier investieren, wachsen und im internationalen Wettbewerb bestehen kann? Darüber diskutierten junge Unternehmer aus Tirol, Vorarlberg und Südtirol am 28. August beim Forum Alpbach.
Bei der Paneldiskussion „Europa wirkt“ in der Loggia des Forum Alpbach brachte die Junge Industrie Erfahrungen aus unterschiedlichen Regionen und Unternehmen zusammen. Mit dabei waren JI-Bundesvorsitzender und Tiroler Bauunternehmer Eduard Fröschl, Daniela Gruber von der Jungen Industrie Tirol, Kilian Dorner von der Jungen Industrie Vorarlberg und Lukas Silbernagl aus Südtirol. Im Mittelpunkt stand die Frage, wo Europa gemeinsame Stärke schafft – und wo hohe Kosten, Bürokratie und komplexe Vorgaben den Standort zunehmend unter Druck setzen.
Wenn Kosten und Regeln bremsen
JI-Bundesvorsitzender Eduard Fröschl machte deutlich, wie unmittelbar Standortbedingungen in den Unternehmen ankommen. Die Energiekosten seien derzeit die größte Herausforderung, zugleich lägen die Arbeitskosten in Österreich bereits 20 bis 25 Prozent über jenen in Italien. Auch bei Schlüsseltechnologien sieht er Handlungsbedarf: Nur rund fünf Prozent der für KI wichtigen Rechenzentren stehen laut Fröschl in Europa. Die Antwort darauf sei aber nicht weniger Europa. Binnenmarkt, freier Warenverkehr und der Euro bleiben aus seiner Sicht wichtige Stärken, auf denen Europa aufbauen kann.
Daniela Gruber von der Jungen Industrie Tirol zeigte, wie europäische Regulierung im betrieblichen Alltag ankommt. Am Beispiel der Verpackungsverordnung schilderte sie den zusätzlichen Aufwand, der entsteht, wenn gemeinsame Vorgaben in den Mitgliedstaaten unterschiedlich umgesetzt werden. Für Unternehmen, die in mehreren europäischen Märkten tätig sind, bedeutet das unterschiedliche Anforderungen und zusätzlichen administrativen Aufwand. Auch Kilian Dorner und Lukas Silbernagl brachten die Perspektiven aus Vorarlberg und Südtirol in die Diskussion über Standortbedingungen und Europas Wettbewerbsfähigkeit ein.
Die großen Aufgaben angehen
Gleichzeitig machte die Diskussion deutlich, worin Europas Stärke liegt: im Binnenmarkt, im freien Warenverkehr und in gemeinsamen Lösungen für Herausforderungen, die einzelne Staaten allein kaum bewältigen können. Darauf sollte sich Europa stärker konzentrieren – und dort einfacher werden, wo Regulierung Unternehmen unnötig bremst. Für die nächste Unternehmergeneration entscheidet sich daran, ob Europa auch künftig ein Standort bleibt, an dem Investitionen und Wachstum möglich sind.


