Nach 227 Tagen im laufenden Kalenderjahr ist es soweit: Ab 16. August haben die Österreicherinnen und Österreicher statistisch gesehen genug verdient, um alle im Jahr 2026 anfallenden Steuern und Abgaben zu bezahlen. Damit fällt der Tax Freedom Day heuer zwar um einen Tag früher als im Vorjahr. Für Junge Wirtschaft Steiermark und Junge Industrie Steiermark ist das jedoch noch lange kein Grund zur Entwarnung, sie fordern echte Reformen statt kosmetischer Korrekturen.
Seit Jahren markiert der vom Hayek Institut berechnete Tax Freedom Day jenen Zeitpunkt, ab dem Beschäftigte rechnerisch nicht mehr für Steuern und Abgaben, sondern für sich selbst arbeiten. Beim Median-Vollzeitgehalt fällt dieser Tag heuer auf den 16. August. Die Gesamtbelastung liegt bei 62,12 Prozent der Arbeitskosten.
„Der Tax Freedom Day fällt seit 18 Jahren in den August und lag zuletzt 1976 in der ersten Jahreshälfte. Heuer ist er zwar um einen Tag früher als im Vorjahr, doch das ist für den Wirtschaftsstandort Österreich nicht ausreichend, um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Mut, Innovationsgeist und Leistungswille muss sich endlich wieder lohnen. Gerade in geopolitischen herausfordernden Zeiten brauchen Betriebe wieder mehr Spielraum, um nachhaltig zu wachsen, Innovationen voranzutreiben und Arbeitsplätze zu schaffen“, betont Christian Wipfler, Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft Steiermark.
Auch Hella Riedl-Rabensteiner, Vorsitzende der Jungen Industrie Steiermark, sieht dringenden Handlungsbedarf: „Jahrestage wie der Tax Freedom Day oder der Pension Overshoot Day zeigen uns eindrücklich, dass wir auf der Stelle treten. Wir vermissen Reformwillen und Umsatzkraft in den wichtigen Zukunftsthemen.“
Wie hoch die Belastung tatsächlich ist, zeigt auch die Berechnung des Hayek Instituts: Ein monatliches Mediangehalt von 3.977 Euro brutto kostet den Arbeitgeber jährlich 72.206 Euro. Nach Lohnsteuer, Sozialversicherung, Lohnnebenkosten, Umsatzsteuer, Verbrauchsabgaben und zugerechneten Unternehmensabgaben bleiben 27.349 Euro. Rund 44.857 Euro fließen damit rechnerisch an den Staat.
„Ein Staat, der fast zwei Drittel der Arbeitskosten einzieht und dennoch Rekorddefizite schreibt, hat kein Einnahmenproblem. Er hat ein strukturelles Ausgabenproblem, und mit jedem Jahr, in dem man sich den notwendigen Umbrüchen verweigert, verschlimmert sich die Situation", so Martin Gundinger, Ökonom am Hayek Institut.
Neu ist heuer zudem, dass Beschäftigte ihren persönlichen Steuerstopptag selbst berechnen können. Auf deine-abgaben.at werden Arbeitskosten, individuelle Abgabenlast und das persönliche Steuerstopp-Datum ausgewiesen.
Junge Wirtschaft Steiermark und Junge Industrie Steiermark sehen darüber hinaus dringenden Handlungsbedarf bei der langfristigen Absicherung des Pensionssystems. Angesichts der demografischen Entwicklung und der steigenden Lebenserwartung brauche es generationengerechte Reformen, um die Finanzierbarkeit des Systems auch für junge Menschen sicherzustellen.
„Ein um einen Tag früherer Tax Freedom Day ist kein Grund zum Feiern. Was Österreich braucht, sind spürbare Entlastungen, mehr Leistungsanreize und umfassende Strukturreformen. Nur so können wir unseren Wohlstand sichern und die Zukunftschancen der nächsten Generation verbessern“, halten Wipfler und Riedl-Rabensteiner abschließend fest.


